Priesterhäuser gewähren ab 1. Mai „Einblicke“ zu „Faust“

veröffentlicht am: 29.04.2026

Das Kulturamt informiert:

Eine Geschichte, die bleibt

Es beginnt mit einem Menschen, der mehr will: mehr wissen, mehr verstehen, mehr sein - eine Figur, die zweifelt, sucht und Grenzen überschreitet und damit eine Geschichte prägt, die bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren hat. Die Sonderausstellung in den Priesterhäusern Zwickau aus der Reihe „Einblicke“ „FAUST. Seit 250 Jahren“ greift ab 1. Mai diesen zeitlosen Stoff auf und zeigt seine Entwicklung von den frühen Überlieferungen bis in die Gegenwart.

Bereits im 16. Jahrhundert wird die zuvor mündlich tradierte Geschichte als „Historia von Dr. Johann Fausten“ in Frankfurt am Main gedruckt – ein früher Ausdruck jener Fragen nach Wissensdrang, Verantwortung und Verführung. Johann Wolfgang von Goethe macht den Faust-Stoff zu seinem Lebenswerk und verleiht ihm mit „Faust I“ und „Faust II“ eine bis heute prägende Form. Erste Fragmente präsentiert er 1775 in Weimar, die endgültige Fassung entsteht erst kurz vor seinem Tod. Goethes Werk führt die existenziellen Fragen des Stoffes auf eine neue Ebene und macht Faust zu einer der vielschichtigsten Figuren der Weltliteratur.

Doch der Stoff bleibt nicht auf die klassische Literatur beschränkt. Immer wieder wird er neu interpretiert und an unterschiedliche Kontexte angepasst. Die Leipziger Autorin Lene Voigt nähert sich dem Mythos in sächsischer Mundart und eröffnet einen humorvollen, zugleich tiefgründigen Zugang. Bis in die Gegenwart hinein inspiriert Faust künstlerische Auseinandersetzungen: Mit „Doktormutter Faust“ bringt das Theater Plauen-Zwickau im Jahr 2026 eine moderne Inszenierung auf die Bühne, die den Stoff weiterdenkt und aktuelle Perspektiven aufgreift.

Präsentiert werden in der Ausstellung unter anderem ein um 1880 entstandenes Papiertheater „Faust“ mit Figuren und Spielanleitung aus dem Bestand der Priesterhäuser oder ein originaler Notendruck von Robert Schumann, einem der ersten Künstler, die Faust überhaupt musikalisch inszeniert haben. Ergänzt wird dies durch ein Alltagszeugnis der romantischen Faust-Verehrung: ein Kunstschriftblatt von 1856 aus dem Bestand des Schumann-Hauses. Ausgestellt werden außerdem Faust-Ausgaben aus zwei Jahrhunderten aus den Beständen der Ratsschulbibliothek, darunter als besonderes Highlight die „Historia von Dr. Johann Fausten“ von 1587, dem Jahr der Erstausgabe.

Die Ausstellung ist vom 1. bis zum 31. Mai zu sehen.

Begleitprogramm:

  • Mittwoch, 6. Mai, 17 Uhr, sowie Mittwoch, 27. Mai, 17 Uhr
    EINBLICKE AM ABEND
    Führung zur Sonderausstellung
    Eintritt: 7 Euro, ermäßigt 5 Euro
  • Sonntag, 17. Mai, 13, 14.30 und 16 Uhr
    Internationaler Museumstag
    FAUST ODER DR GEBRÄLLTE DEIFEL
    Lesung von Auszügen aus Lene Voigts „Säk´sche Glassigger“ mit Dr. Lutz Mahnke, Leiter der Ratsschulbibliothek Zwickau
    Eintritt frei

Für die Führungen und Vorträge wird um Voranmeldung gebeten.

Die "Historia von Dr. Johannes Fausten" von 1587 aus dem Bestand der Ratsschulbibliothek
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Die Priesterhäuser im Zwickauer Domhof
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