Der Reformator und seine Beziehungen zu Zwickau

Der Name Martin Luthers (1483-1546) ist untrennbar mit der von ihm angestoßenen Reformation der Kirche verbunden. Sein Thesenanschlag an der Schlosskirche zu Wittenberg am 31. Oktober 1517 war der Beginn von Veränderungen, die kaum weitgreifender hätten sein können. Sein Ziel war die Wiederherstellung einer Kirche, die sich dem Evangelium verpflichtet fühlte. Dazu brauchte es eine Reform durch alle Bereiche der institutionalisierten Glaubensgemeinschaft.

Luther pflegte gerade in den Anfangsjahren eine enge Bindung zum aufgeklärten Zwickauer Rat, der begeistert die Ideen der Wittenberger Reformatoren umsetzte. Durch das engagierte Wirken der Zwickauer Bürgerschaft veranlasst, widmete  Luther, seine Schrift „Von der Freyheyt eynis Christenmenschen“ dem Bürgermeister Hermann Mühlpfort.

Luther selbst war es auch, der Thomas Müntzer als Vertretung für den Prediger Egranus an St. Marien vorschlug. Zwischen dem 30. April und 2. Mai 1522 predigte Martin Luther insgesamt viermal in der Muldestadt – einmal  aus einem Fenster im Rathaus. Auf dem Hauptmarkt sollen 14.000 Menschen aus Zwickau und der Umgebung seiner Predigt gelauscht haben.