Die Priesterhäuser stellen keine Bürgerhäuser im eigentlichen Sinne dar. Sie wurden als Wohnung für die niedere Geistlichkeit der Marienkirche erbaut und später
als Dienstwohnungen der Kirchen- und Schulange-
stellten genutzt. Dieser Funktion entsprach die schlichte Bauweise und Raumausstattung sowie das einfache Inventar.
Die Häuser und das Inventar gehörten seit der Reformation zum Vermögen des »Gemeinen Kastens«. Zusammen mit dem überlieferten persönlichen Eigentum der Bewohner sind die Priesterhäuser ein einzigartiges Beispiel der Wohn- und Lebensverhältnisse der gelehrten städtischen Mittelschicht.